Probearbeiten
Nach der erfolgreichen Uraufführung der „Rauhnacht“ im Sommer 2009 darf das Ensemble der Volksbühne Aschau im Sommer 2014 endlich wieder Freiluft schnuppern! Eine Uraufführung aus Keilers Drehbuch, welches, basierend aus überlieferten Tatsachen einer Zeitzeugin, der
Aschauer Pfarrchronik und originalen Fundstücken, eine theatralische und musikalische Dramaturgie mit schauspielerischer Hochleistung verspricht.

Um dem Werk die nötige Authentizität zu verleihen, setzt Martina Keiler bei ihrem Debüt als Theaterautorin auf eine wahrheitsgetreue Inszenierung am Originalschauplatz, direkt auf der Waldbühne im Ratzenwald, am Original-Eingang der damaligen Einsiedlerhöhle.

Das Stück erzählt die Geschichte des Giovanni Foltran alias „Wallischen Johann“, der in den Jahren rund um 1890 als erfahrener Steinmetz aus seiner ursprünglichen Heimat, dem italienischen Fleimstal (Trentino), das damals noch zum Kaiserreich Österreich gehörte, ins Zillertal geholt wurde, um vermutlich die überlebensnotwendige Verbauung des Achenbaches durchzuführen.

Ein zwiespältiger Konflikt zwischen Einheimischen und Zuwanderer erwacht, als sich herausstellt, welch eigensinniger „Kauz“ dieser Johann ist. Frei von jedem Zwang wendet er sich von der Gesellschaft und deren Zivilisationsdrängen ab. Er beschließt, während seiner Bauarbeiten in der Höhle im Ratzenwald zu wohnen. Als er dann auch noch das Herz der begehrten und gebildeten Lehrertochter Anna in seinen Bann zieht, ist es um sein Unheil geschehen. Die Handlung thematisiert eine Liebesgeschichte, wo die Vernunft über der Liebe steht, wo Unterdrückung keine Freiheit zur Entfaltung lässt, wo Abschiebung und Ausgrenzung die gesellschaftlichen Strukturen ordnen, wo das Alte bestimmt und das Neue befremdet. Keilers dramatische Szenerie spiegelt große Themen des heutigen Gesellschaftssystems wider und schafft mit spannender Präsentation eine herausfordernde Gefühlswelt für Schauspieler und Publikum.

Keiler bereichert mit ihrem Stück das hochwertige Repertoire der Volksbühne Aschau. Die Autorin will weit mehr, als nur ein altes Geschehen wieder in Erinnerung rufen. Sie erzählt eine wahre Geschichte über Eifersucht, „Scheinheiligkeit“, Neid, Hass und Missgunst, über Macht, Mobbing und Gewalt, über Respektlosigkeit und fehlende Toleranz gegenüber dem Anderssein. Die Hintergründe sind zeitlos aktuell und richten einen Appell für ein besseres Miteinander und mehr Menschlichkeit.

Die Musik zu Keilers Werk wurde größtenteils von Paul Haberl komponiert und getextet. Sie verleiht dem Stück eine intensive Charakteristik und macht es zu einem meisterlichen Gesamtkunstwerk mit dem Prädikat „Besonders wertvoll“.

Premiere am Samstag, 26.7.2014
Ausweichtermin Sonntag, 27.7.2014

Weitere Aufführungstermine:
Dienstag, 29.7.2014 Donnerstag, 31.7.2014 Freitag, 1.8.2014 (Ausweichtermin Sonntag, 3.8.2014) Dienstag, 5.8.2014 Donnerstag, 7.8.2014 Freitag, 8.8.2014 (Ausweichtermin Sonntag, 10.8.2014) Dienstag, 12.8.2014 Donnerstag, 14.8.2014 Freitag, 15.8.2014 (Ausweichtermin Sonntag, 17.8.2014) Dienstag, 19.8.2014 Donnerstag, 21.8.2014 Freitag, 22.8.2014 (Ausweichtermin Sonntag, 24.8.2014)